Nicht nur Triathlon aus Leidenschaft...

Ausdauerleistungsverein (ALV) Mainz e.V.

„Dein Rennen beginnt in Wechselzone 2“ oder: Meine erste Mitteldistanz


 „Ich finde du kannst das genauso riskieren wie ich!“ Irgendwie überzeugten mich diese Worte und nachdem ich schon länger mit der Mitteldistanz geliebäugelt hatte, meldete ich mich im Frühjahr für den Ironman 70.3 in Zell am See an. Meine frühzeitig gut geplante Anreise, wurde einige Wochen vor dem Start durch die Ankündigung „und du bist Trauzeugin“ wieder zerlegt. So startete ich erst Samstagfrüh nach einem 3-Gänge-Carbo-Loading am Hochzeitstisch mit vielen glücklichen Gesichtern. Die Anreise wurde dann zum ersten Rennen des Wochenendes, da wir immer wieder in Stau kamen und so war bei Ankunft in Zell nur noch der Hund auf der Rückbank entspannt. Mit meinen Mitstarterinnen Franzi und Feli ging es dann morgens zu einer für mich recht späten, Startzeit um 11 Uhr Richtung Wechselzone und Startbereich, wo wir mit Katharina, Iris und Claus noch weitere ALV-Mitstarter im Feld trafen. Das Schwimmen stellte für mich die erste große Hürde dar, wobei mich die sehr gerade Schwimmstrecke und der klare Zeller See beruhigten. Auf den ersten Metern musste ich im Getümmel dann doch mit meiner Nervosität kämpfen und irgendwo auf dem Weg zum Wendepunkt platzte dann der Knoten und die restliche Strecke macht fast so etwas wie Spaß. In der angepeilten Zeit und absolut zufrieden, konnte ich mich auf den Weg in die Wechselzone machen. Meine zweite Hürde war die Radstrecke, die mit ihrem 13 km-Anstieg auf mich recht einschüchternd wirkte. „Für den Kopf“ war ich das Wochenende zuvor noch einmal in den Taunus gefahren und hatte etwas Zuversicht getankt. Die ersten Kilometer ging es flach raus aus Zell am See, Richtung Taxenbach und Dienten am Hochkönig, wo dann der längere Anstieg zum höchsten Punkt der Strecke (1280 Meter ü.N.N) anfing. Dank der sehr schönen Strecke und der tollen Stimmung am Rand wurde der zunehmend steiler werdende Anstieg weniger schlimm als erwartet. Auf dem Filzensattel angekommen, wurde man mit anspornenden Worten begrüßt, was einen die schmerzenden Beine schnell vergessen ließ. Bei den Serpentinen bergab wünschte ich mir dann doch tatsächlich fast noch einmal den Anstieg zurück. Nach dem Anstieg und der Abfahrt wusste ich, war nicht mehr viel zu erwarten und so konnte ich die restlichen 50 km Richtung Maria Alm und Maishofen in der wirklich wunderschönen Landschaft genießen. Hatte ich die Tage vorher im Stress noch geflucht, dass ich nicht die Mitteldistanz in Frankfurt gemacht hatte, war ich jetzt einfach sehr froh! Leider passierte dann auf den letzten 20 km doch noch ein Malheur und meine Kontaktlinse entschied sich auf der Radstrecke zu bleiben. So musste ich die letzten Kilometer mehr oder weniger „einäugig“ bestreiten und nahm die eine oder andere Kurve langsamer, um mich an mein neues 2D-Sehen zu gewöhnen. Als ich vom Rad abstieg fühlten sich die Beine doch noch unerwartet gut an und ich freute mich tatsächlich auf den anstehenden Halbmarathon. Beim Schuhe anziehen hatte ich dann Doros Worte im Ohr „dein Wettkampf beginnt in Wechselzone zwei, bei deinen Laufschuhen!“.

Daran hielt ich mich und übertrieb es natürlich direkt auf den ersten zwei Kilometern. Ich holte mich dann aber recht schnell in die Realität zurück, die ja noch 19 weitere Kilometer vorsah und pendelte mich in mein „Lieblings“- Tempo ein, das gut funktionierte. Auch bei der Laufstrecke zeigte sich das Salzburgerland von seiner besten Seiten und die Strecke am See entlang war wirklich ein Genuss! Auch hier standen viele Zuschauer und die Stimmung war einfach toll. Zwischendurch kam mal der Gedanke „Ach, da geht noch was!“, aber die Angst auf den letzten Metern einzubrechen war zu groß. Das war sicher auch gut so, denn am Ende brannten die Beine dann doch ordentlich. Die kleineren Hügel auf der Strecke fühlten sich nach einiger Zeit eher wie die 900 HM von der Radstrecke an und kosteten Kraft. Überglücklich konnte ich dann nach der zweiten Runde auf die Zielgerade einbiegen und konnte es kaum glauben, als ich unter meiner erhofften Zielzeit blieb.

Die Mitteldistanz in Zell am See war sicherlich ein Highlight dieses Jahr, was nicht nur an dem schönen Wettkampf liegt, sondern auch an der tollen Unterstützung im Vorhinein, den hilfreichen Tipps, ermutigenden Worten, Glückwünschen und dem „Ohren-lang-ziehen“ als ich Richtung Übertraining marschiert bin. Vielen Dank noch einmal an alle dafür!

  

 

Schwimmen

Rad

Laufen

Gesamtzeit

AK-Platz

Katharina Helmert

 

00:37:23

03:14:17

02:09:03

06:10:57

17

Claus Hensel

 

00:33:01

03:02:19

02:05:42

05:50:08

33

Iris Hensel

 

00:35:09

03:05:22

02:07:40

05:58:07

18

Caro Marx

 

00:41:21

02:59:59

01:48:08

05:39:29

11

Franzi Sprengart

 

00:32:08

02:59:46

01:54:14

05:35:07

12